SÜDKURIER 03.04.2010                                                


Auf dem Weg zum eigenständigen Leben

Die neue Berufsvorbereitende Einrichtung (BVE) des Landkreises Konstanz hilft jungen Menschen, sich auf das Arbeitsleben einzustellen. Es werden noch Unternehmen gesucht, die Praktikumsplätze anbieten.

Kreis Konstanz – Im Treppenhaus riecht es noch nach Farbe, die Küche ist ganz neu zusammengebaut und die Schränke stehen auch noch nicht lange. Im Konstanzer Schürmann-Horster-Weg 5, wo früher eine Wohnung war, ist vor kurzem die Berufsvorbereitende Einrichtung (BVE) eingezogen. Hier werden junge Menschen auf das Berufsleben vorbereitet. Es sind Schüler, die eine gezielte Unterstützung brauchen und die für eine klassische Lehre nicht geeignet sind. Sie bekommen nach der Förderschule oder der Berufsschulstufe der Schule für Geistigbehinderte Hilfe, um in die Arbeitswelt hineinzuschnuppern.

So auch die 17-jährige Sabrina. Sie hat schon bei der Integrationsfirma Indigo in Konstanz gearbeitet, einem Bügelservice. Dort ist sie positiv aufgefallen und arbeitet jetzt beim Wasch- und Schulungszentrum Be-Wasch in Singen. „Das macht total Spaß“, sagt Sabrina und strahlt. „Ich weiß jetzt, was ich mit der Wäsche machen muss und die Leute freuen sich, wenn ich komme.“ Sogar so sehr, dass Sabrina überlegt, bei Be-Wasch eine Ausbildung anzufangen. BVE-Teilnehmer Carsten hat schon Arbeitserfahrungen bei den Technischen Betrieben Konstanz und auf der Insel Mainau gesammelt. Am meisten gefällt ihm aber die Arbeit mit den Tieren auf dem Reithof Trab, wo er im Moment arbeitet. Der 17-jährige Andreas hat die ISEP-Klasse (Integratives Schulentwicklungsprojekt) der Konstanzer Gebhardschule besucht. Jetzt lernt er in der BVE, wie er sich richtig bewirbt.

Der Sonderschullehrer Matthias Wößner und die Technische Lehrerin Sabine Labus möchten aber noch viel mehr erreichen. Die Teilnehmer sollen nicht nur auf die Arbeitswelt, sondern auch auf ein eigenständiges Leben vorbereitet werden. Also trainieren sie das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel, kochen und essen dreimal in der Woche gemeinsam, kaufen ein und üben den Umgang mit Geld. Sie lernen Computer und Digitalkamera kennen, waschen Wäsche und wollen demnächst in beiden Bädern den Boden fliesen. „Und freitags putzen wir immer alles“, sagt Andreas. Sabine Labus betont: „Die Teilnehmer sollen selbst anpacken und nicht nur die Theorie lernen.“ Deshalb sind auch immer wieder Projekte wie die Hilfe bei Umzügen geplant. Nach den Osterferien streichen die jungen Leute den Keller der Regenbogenschule, einer Schule für Körper- und Geistigbehinderte.Bislang besuchen nur fünf junge Menschen die Berufsvorbereitende Einrichtung. Platz wäre aber für zehn bis zwölf Teilnehmer. „Es können also noch Interessenten dazukommen“, sagt Matthias Wößner. Seine Kollegin und er wären auch dankbar, wenn sich noch mehr Unternehmen melden, die BVE-Teilnehmern ein Praktikum ermöglichen. Die jungen Leute sind jedenfalls mit Eifer dabei. „Mir macht das Praktikum  so viel Spaß, dass ich sogar in den Ferien hingehe“, sagt Sabrina und lacht.

kirsten schlüter

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Pressemitteilung des Landratsamts Konstanz vom 12.02.2010

Zwei neue ,,Berufsvorbereitende Einrichtungen" im Landkreis Konstanz

 

Vorbereitung auf Beruf und Leben

Der Landkreis Konstanz bietet seit September 2009 gleich in zwei neuen „Berufsvorbereitenden Einrichtungen“ - kurz BVE - zusätzliche Möglichkeiten junge Menschen für den Übergang auf den Ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten.

Sowohl in Konstanz auf dem Gelände der ehemaligen Cherisy Kaserne, als auch in Engen im früheren Kinderheim Sonnenuhr, wurden vom Landkreis Räume angemietet. Die BVE dauert in der Regel zwei Jahre. Wichtigstes Ziel ist, die Teilnehmer in ein geeignetes Arbeitsverhältnis zu vermitteln. Hierbei besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Integrationsfachdienst (IFD) in Radolfzell.

Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler nach Beendigung der Förderschulzeit, für die eine berufliche Ausbildung oder andere schulische Angebote nicht geeignet sind, sowie an Schülerinnen und Schüler aus den Berufsschulstufen der Schulen für Geistigbehinderte mit dem Potenzial für eine Helfertätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder für eine Fachwerkerausbildung.
In der BVE werden mit den Teilnehmern notwendige Schlüssel-qualifikationen erarbeitet und trainiert, sowie Arbeitsabläufe für spezielle Tätigkeiten geübt. Weitere Schwerpunkte sind die Vermittlung von Fertigkeiten zur Erlangung größtmöglicher Selbständigkeit in allen Bereichen des täglichen Lebens und eine realistische Einschätzung eigener Fähigkeiten und Wünsche.

Bei beiden BVE stand in den ersten Monaten die Renovierung und der Ausbau der Räume im Vordergrund. Neben Malerarbeiten wurden Möbel und ganze Kücheneinrichtungen zusammen- und aufgebaut. Nach der abschließenden intensiven Reinigung begann der differenzierte Unterricht. In kleinen Gruppen kann jetzt jeder Teilnehmer seinen Fähigkeiten entsprechend individuell gefördert werden. Um reelle Arbeitserfahrungen zu sammeln, finden Praktika in Unternehmen mit unterschiedlichen Arbeitsfeldern statt. Hierbei sind beide Einrichtungen auf die Unterstützung von Betrieben angewiesen. Durch die Bereitstellung von Praktikumsplätzen mit unterschiedlicher Dauer ermöglichen sie den Teilnehmern ihre Fähigkeiten zu erproben.

 

Südkurier-Meldung 6.3.2010

Sie machen fit fürs Berufsleben

Der Landkreis Konstanz bietet in zwei neuen „Berufsvorbereitenden Einrichtungen“ (BVE) zusätzliche Möglichkeiten, junge Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten

Kreis Konstanz – Sowohl in Konstanz auf dem Gelände der ehemaligen Cherisy-Kaserne, als auch in Engen im früheren Kinderheim Sonnenuhr wurden vom Landkreis Räume angemietet. Die BVE dauert in der Regel zwei Jahre. Hierbei besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Integrationsfachdienst (IFD) in Radolfzell.

Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler nach Beendigung der Förderschulzeit, für die eine berufliche Ausbildung oder andere schulische Angebote nicht geeignet sind. Gedacht ist es auch für Jugendliche aus den Berufsschulstufen der Schulen für geistig Behinderte mit dem Potenzial für eine Helfertätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder für eine Fachwerkerausbildung. In der BVE werden Schlüsselqualifikationen trainiert sowie Arbeitsabläufe für spezielle Tätigkeiten geübt. Weitere Schwerpunkte sind die Vermittlung von Fertigkeiten zur Erlangung größtmöglicher Selbständigkeit im täglichen Leben und eine realistische Einschätzung eigener Fähigkeiten und Wünsche.

Bei beiden BVEs standen in den ersten Monaten Renovierung und der Ausbau der Räume im Vordergrund. Nach der abschließenden Reinigung begann der differenzierte Unterricht. In kleinen Gruppen kann jetzt jeder Teilnehmer seinen Fähigkeiten entsprechend gefördert werden. Um reelle Arbeitserfahrungen zu sammeln, finden Praktika in Unternehmen mit unterschiedlichen Arbeitsfeldern statt. Hierbei sind beide Einrichtungen auf die Unterstützung von Betrieben angewiesen. Durch die Bereitstellung von Praktikumsplätzen ermöglichen sie den Teilnehmern, ihre Fähigkeiten zu erproben.